... Der Bedarf an IT-Fachkräften ist ja nicht von der allgemeinen
Konjunktur abgekoppelt, im Gegenteil. Auf jeden Fall war die Zeit von
1998 bis Anfang 2001 die einzige in meinem ganzen Berufsleben, in der
ich keine Angst davor hatte, die Stelle zu verlieren, und in der ich
tatsächlich von den Arbeitgebern umworben wurde. Die heutige Situation
mit Kurzarbeit, Leih- und Zeitarbeit, Zehntausenden arbeitslosen
Ingenieuren und Informatikern und konstantem Druck auf die Löhne kann
man nur dann bei grober Verzerrung der Wirklichkeit als
“Fachkräftemangel” bezeichnen. Bezeichnenderweise hat mein Gehalt
gerade erst wieder das Niveau von 2002 erreicht. Und selbstverständlich
steht die Drohung “Outsourcing” und “Offshoring” in Billiglohnländer in
jeder Firmenmitteilung und bei jedem Gehaltsgespräch im Raum.